Nach 16-jähriger Unterbrechung fand in New Jersey die 14.1 Weltmeisterschaft statt. Die regierende Disziplin der 70er und 80er Jahre verschwand plötzlich völlig von der Bildfläche und wurde erst jetzt wieder von Dragon Promotions als weltweite Turnierdisziplin ins Leben gerufen.
Ausgetragen wurde dieser Event im Hilton Hotel in East Brunswick/New Jersey und 64 Teilnehmer aus aller Welt, 32 Fixstarter und 32 Sportler aus den nationalen Qualifikationsturnieren, kämpften um den begehrten 14.1 Titel zu. Neben Top Spielern wie Hohmann, Souquet, Ortmann, Engert, Archer, Immonen, Willimas uvm., gaben sich auch Billard-Legenden wie Mike Sigel, Nick Varner, Allen Hopkins oder Mike Zuglan die Ehre. Aufgrund des starken Teilnehmerfeldes war es für mich natürlich eine Ehre dort eingeladen zu sein. Gespielt wurde an den ersten beiden Tagen (Nächten) in 8er Gruppen „Round-Robin“ auf 100 Punkte.
Bedingt durch die Zeitvorgabe von nur 75 Minuten pro Partie, kam es leider zu erheblichen Verzögerungen von bis zu 4 Stunden. So musste die eine oder andere Partie auf den nächsten Tag verschoben werden bzw. es wurde bis in den frühen Morgenstunden gespielt. Die besten 4 Spieler aus jeder Gruppe stiegen in die Finalrunde der letzten 32 auf. Ab dann wurde im Doppel K.O. gespielt bis die letzten 16 Teilnehmer feststanden.
In meinem ersten Gruppenmatch spielte ich gegen Thorsten Hohmann aus Deutschland. Er gehört meiner Meinung nach zu den besten und konstantesten 14.1 Spielern weltweit. Ich wusste, ihn zu schlagen würde eine nahezu fehlerfreie Leistung erfordern. Nachdem ich den Eröffnungsstoss durchführen müsste und sich ein Ball aus dem Dreieck löste, war ich zuerst zum Zuschauen verdammt. Er nutzte seine Chance und machte eine 80er Serie. Nach der längeren Pause konnte ich leider aus meiner ersten Chance nicht viel machen. Nach nur zwei Aufnahmen hieß es 100:5 für Hohmann. Es war für mich zwar kein guter Einstieg, aber bei so einem Match darf man sich nicht zu viel ärgern. Ich konzentrierte mich auf mein nächstes Match an diesem Tag. Hier traf ich auf Megan Minerich (USA). Ich konnte mich recht schnell auf den Tisch einstellen und in Führung gehen. Mit einem klaren 100:35 gewann ich das Match. Das dritte Gruppenmatch hatte ich gegen Ed Deska (USA). Er ist ein sehr langsamer Spieler, was vor allem im 14.1 sehr anstrengend sein kann. Ich ließ mich davon jedoch nicht einschüchtern und spielte einfach mein Spiel. Das Match war sehr ausgeglichen bis ich mir einen Vorsprung erspielen konnte. Ich hielt die Führung bis zum Ende und gewann mit 100: 65. Meine nächste Aufgabe war weitaus schwieriger. Ich spielte gegen eine der Legenden des Billardsportes, Allen Hopkins aus den USA. Leider war dieses Match durchgezogen von unnötigen Fehlern. Ich fand keinen Stoss und konnte mich sehr schlecht konzentrieren. Wie es dann oft so ist kamen dann auch noch unglückliche Situationen erschwerend hinzu und ich musste mich mit 100:57 geschlagen geben. Mein vorletztes Match bestritt ich gegen John Cacic. Ich ging in dieses Match etwas lockerer, da ich, meiner Meinung nach, im Match gegen Hopkins durch zu viel wollen zu sehr verkrampfte. Ich konzentrierte mich auf das Wesentliche und meine Strategie ging auf. Ich schoss in der ersten Aufnahme eine 85er Serie und konnte das Spiel in der zweiten Aufnahme mit 100:3 beenden. Im letzten Gruppenspiel ging es noch mal um alles. Ich hatte 4 Siege gleich wie Ed Deska. Ich musste Minimum 60 Punkte machen um aufsteigen zu können. Dies war leichter gesagt als getan, denn mein Gegner war der als „ Mr. 400 Bällen“ in den USA bekannte 14.1 Spezialist John Schmidt. Ich war sehr fokussiert und nutzte von Beginn an jede Chance. Eine 56er Serie brachte mir dann den so wichtigen Sieg. Somit war ich hinter Hohmann, Hopkins und Schmidt Aufsteiger Nr. 4.
In der Finalrunde traf ich auf den Organisator Charlie Williams. Obwohl er kein 14.1 Spieler ist, zeigte er in diesem Match außergewöhnliches. Ich hatte eine paar unnötige Stellungsfehler und Potfehler die von ihm jedes Mal recht souverän bestraft wurden. Somit war ich etwas aus dem Rhythmus und Williams hatte bereits einen großen Vorsprung. Charlie ließ nichts mehr anbrennen und gewann klar mit 150: 75.
In der Hoffnungsrunde traf ich nun auf den Spanier Fazanes. Er beeindruckte mit recht guter Leistung in den Vorrunden und somit war ich ein wenig vorsichtig. Ich erwischte einen schlechten Start versuchte mich aber neu zu motivieren und Kraft zu sammeln und wartete auf meine Chance und schlug dann zu. Ich übernahm die Führung mit einer respektablen 70er Serie und siegte schlussendlich mit 150: 115.
In der nächsten Runde kam es zum Match gegen Takami aus Japan. Ich setzte ihn von Anfang an unter Druck und kontrollierte das Match. Nach nur 3 Aufnahmen stand es
Durch eine 23er, 49er und einer 72er Serie 144:40. Jedoch ließ Takami nicht locker und konterte ebenfalls mit einer 70er Serie. Trotzdem ließ ich mir das Match nicht mehr nehmen und gewann 150:110. Damit war ich für die Finalrunde der letzten 16 qualifiziert!
Durch die Auslosung traf ich auf den zweiten Österreicher bei dieser WM, Michael Felder. Er gewann 6 von 7 Matches in der Gruppe und unter anderem auch gegen den Mitfavoriten Mika Immonen aus Finnland. Wir hatten es beide recht schwer ins Spiel zu finden und glänzend nicht gerade mit hohen Serien. Es war ein ständiges Auf und Ab, doch am Ende ging ich mit 200:167 als Sieger vom Tisch.
Im Viertelfinale stand mir ein schon bekannter Gegner gegenüber. Es war wieder Thorsten Hohmann. Ich merkte das die letzten 4 Wochen schon an meinen Kräften zerrten und mir besonders in diesem Match ein wenig die Energie fehlte. Trotz ein paar Fehlern konnte ich eine Zeit lang in Führung bleiben bis dann schlussendlich Hohmann die Zügel in die Hand nahm und mit 200: 112 gewann. Ich bin sehr stolz auf diese Leistung, da ich meinem Ziel, auch bei Herrenturnieren vorne dabei zu sein, einen kleinen Schritt näher gekommen bin.
Endergebnis:
| Herren | 1. Platz | Thorsten Hohmann |
| 2. Platz | Thomas Engert | |
| 3. Platz | Max Eberle | |
| 4. Platz | Mika Immonen | |
| 5. Plätze | Jasmin Ouschan | |
| Danny Harriman | ||
| Allen Hopkins | ||
| Mike Davis |
