Nach der letztjährigen Neuauflage der Herren 14/1 Weltmeisterschaft, fand die WM heuer erneut im amerikanischen New Jersey, nur einen Steinwurf vom „Big Apple“ entfernt, statt. Aufgrund des hervorragenden 5. Platzes im Vorjahr wurde die Österreicherin Jasmin Ouschan abermals eingeladen. Das Teilnehmerfeld, das sich bereits im letzten Jahr sehen lassen konnte wurde heuer durch weitere europäische Topspieler stark bereichert. Begonnen hat das Turnier in 8 Gruppen und einem Round Robin System. Jasmin Ouschans Vorrundengruppe lautete wie folgt: Allen Hopkins (USA), Konstantin Stepanov (RUS), Yu-Ram Cha (KOR), Jonathan Smith (USA), Randy Goldwater (USA), Jesse Rice (USA) und Mark Snodgrass (USA)
Der Turniereinstieg verlief für die 21-jährige Jasmin Ouschan noch etwas durchwachsen. Im ersten Gruppenmatch gegen den Amerikaner Jonathan Smith konnte Ouschan in keiner Phase des Matches zu ihrem gewohnten Rhythmus finden und unterlag klar mit 55:100. Im zweiten Match des Tages hingegen fertigte die Kärntnerin Mark Snodgrass mit 100:23 ab, wobei sie mit einer Serie von 74 Bällen en Suite zu den Topscorern des Tages zählt. Im Nightsessionmatch gegen Jesse Rice (USA) begann Ouschan sofort den Tisch zu dominieren, erspielte sich einen deutlichen Vorsprung den sie bis zum Matchende nicht mehr aus der Hand gab – Endstand 100:57.

„Nach dem schweren Start, wo ich große Probleme mit den Bedingungen hatte, bin ich froh so einigermaßen meinen Rhythmus gefunden zu haben. Für die nächsten Tage muss ich versuchen mit mehr Lockerheit in die Matches zu gehen und den Rest rund herum abschalten“ kommentierte eine noch nicht ganz zufriedene Ouschan.
Im ersten Tagesmatch des zweiten Spieltages besiegte sie den Amerikaner Randy Goldwater klar mit 100:45 Punkten. In der Eveningsession musste dann Ouschan gegen die amerikanische Billardikone und früheren 14.1 Weltmeister Allen Hopkins an den Tisch. Beide Sportler begannen das Match von Beginn an offensiv, dennoch konnte sich keiner der Konkurrenten markant absetzen. Beim Stand 46:59 für den Amerikaner konnte Ouschan den Routinier in einen Defensivabtausch verwickeln. Nach ein paar Sicherheitsstößen nutzte die Klagenfurterin die erste sich bietende Chance und beendete das Match in ihrer eiskalten Art mit einer imposanten Serie von 54 Bällen.
Der dritte Tag war dann eher eine Berg und Talfahrt. Im ersten Match gegen die derzeitige Nr. 1 der europäischen Rangliste Konstantin Stepanov (RUS) musste sich Ouschan in nur 5 Aufnahmen mit 100:19 geschlagen geben. Etwas enttäuscht über diese schlechte Leistung, konnte Ouschan ihre Energien noch mal bündeln und das letzte Match gegen die Koreanerin Yu Ram Cha gewinnen.
„Das Match gegen Hopkins hat mir sehr gut getan, da ich letztes Jahr im Match gegen ihn meine Chance nicht nutzen hatte können. Mit dem letzten Tag bin ich dennoch nicht so zufrieden. Mein 14.1 Spiel war zu kompliziert aufgebaut, was zu unnötigen Fehlern geführt hatte. Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich es klar in die Finalrunde geschafft habe“, meinte Ouschan nach der Vorrundenphase.

In der Finalrunde ergab die Auslosung Nick van den Berg aus Holland in Runde eins.
Bis zur Mitte des Matches konnte die Kärntner „Sportlerin des Jahres“ die Partie ausgeglichen gestalten. Im letzten Drittel allerdings drehte der Holländer auf und ließ Ouschan mit einer 60er Serie nicht mehr an den Tisch. Endstand 150:78. Im Hoffnungslauf fegte Ouschan zuerst über den Ungarn Miko Balasz mit 150:28 hinweg, ehe sie um den Einzug ins Achtelfinale gegen den US Routinier Bobby Hunter an den Tisch musste. Hunter seinerseits, 1991 Weltmeister in dieser Disziplin, agierte zu Beginn sehr vorsichtig, fast hatte man den Eindruck, dass der Respekt von der Österreichischen Billardqueen ihn in seiner Leistungsentfaltung hemmte. Ouschan nutze diese Verlegenheit sofort aus und zog gleich mit einer 50er Serie davon. Dementsprechend noch vorsichtiger agierte Hunter. Mit gezielten Safeaktionen versuchte er die Kärntnerin aus dem Rhythmus zu bringen. Aufgrund ihrer internationalen Routine ließ sich Jasmin Ouschan davon aber nicht beeindrucken, agierte weiterhin druckvoll und besiegte schlussendlich den sichtlich gezeichneten Amerikaner klar mit 150:56.
„Schade, im ersten Match wäre zu Beginn vielleicht noch mehr drinnen gewesen, doch die anderen beiden Matches waren schon sehr in Ordnung. Mein erstes Teilziel habe ich nun erreicht mit dem sicheren 9.Platz inmitten der männlichen Weltelite. Dennoch möchte ich natürlich noch mehr erreichen, obwohl die Luft nun schon sehr dünn ist“ gibt sich Ouschan realistisch kämpferisch.
Ouschans Gegner im Achtelfinale war der als Nr.1 im Ranking gesetzte Warren Kiamco von den Phillipinnen. Sein Spiel ist sehr unauffällig doch bereits nach ein paar Dreiecken sah man sofort die Erfahrung und das Wissen welches hinter dem soliden Spielaufbau steckte. Kiamco spielte ein sehr hohes Level und ließ Ouschan kaum an den Tisch. Mit einem Score von 200:81 in nur 7 effektivem Aufnahmen hieß es Endstation für Jasmin Ouschan bei dieser Weltmeisterschaft.

„Schade, aber der Philippine spielte wirklich sehr stark und ich hatte kaum Möglichkeiten zu punkten. Nach dem fünften Platz im Vorjahr konnte ich mit diesem 9.Platz allerdings abermals unter Beweis stellen, dass auch eine Frau sich in der Männerweltspitze etablieren kann“ meinte Ouschan nach dem Match.
„Besonders freue ich mich auch, dass mit Martin Kempter ein weiterer Österreicher sich bei diesen Weltmeisterschaften gewaltig in Szene setzten konnte. Nicht nur das er mit einer phantastischen Serie von 160 Bällen den Turnierrekord spielte, nein er hat sich mit seinem unorthodoxen Spiel bis ins Halbfinale durchgekämpft und unter anderem den hohen Favoriten und amtierenden Weltmeister Thorsten Hohmann geschlagen. Hut ab für diese Leistung als „underdog““ freute sich Ouschan über den heimischen Zuwachs in der internationalen Billardwelt.
Endergebnis:
| Herren | 1. Platz | Oliver Ortmann (GER) |
| 2. Platz | Huidji See (NED) | |
| 3. Plätze | Martin Kempter (AUT) | |
| Danny Harriman (USA) | ||
| 5. Plätze | Dennis Orcollo (PHI) | |
| John Schmidt (USA) | ||
| Warren Kiamco (PHI) | ||
| Thorsten Hohman (GER) |
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