Carolina Classics in Durham/NC

Zwei Wochen nach der historischen Bronzemedaille bei der Herren Weltmeisterschaft in der Disziplin 14.1 stand für Jasmin Ouschan und ihrem Trainer in North Carolina ein Damenprofiturnier am Programm. Die Damenelite traf sich für die „WPBA Carolina Classics“ in dem kleinen Ort Durham. Ausgetragen wurde das Event in einer stillgelegten Tabakfabrik die nun, revitalisiert mit etlichen Cafes, Restaurants und Eventhallen, für ein tolles und ansprechendes Ambiente sorgte. 64 Damen waren wieder am Start und dieses Mal startete Jasmin Ouschan als Nummer 12 gesetzt in das 9-Ball Turnier.

 

Gleich zu Beginn traf die Österreicherin auf Michelle Rakin aus den USA die ebenfalls aus einer Billardfamilie stammt und für ihre Potqualitäten bekannt ist. Ouschan ließ sich jedoch von ihren Künsten nicht einschüchtern und übernahm sofort das Kommando über den Tisch. Obwohl es noch ein paar Flüchtigkeitsfehler gab fegte sie souverän mit 9:3 über die Amerikanerin hinweg. In der zweiten Runde traf Ouschan auf die in New York City lebende Asiatin Caroline Pao. Auch in diesem Match ließ Jasmin Ouschan nichts anbrennen und stieg mit einem klaren 9:4 Sieg in die nächste Runde auf.

 

„Bisher bin ich mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ich konnte mich sehr gut auf die Tisch einstellen und sehr konzentriert mein Spiel machen. Natürlich ist von der Leistung her nach oben hin noch etwas Luft aber ich bin sehr zuversichtlich.“

 

Im Match um den direkten Einzug in die Finalrunde traf Ouschan auf Sarah Rousey aus den USA. Das Match war von Beginn an sehr ausgeglichen und keiner konnte sich markant absetzen. Ouschan die sichtlich etwas unzufrieden mit ihrer Performance war, verbuchte ein paar unnötige Fehler die es ihrer Gegnerin erlaubten öfter am Tisch zu sein als in den Matches zuvor. Game Nr.14 war von Ups and Downs geprägt. Nach einem Fehler von Rousey fand Jasmin Ouschan eine unglaublich schwere 7 vor. Eiskalt versenkte die Kärntnerin den Ball und stellte perfekt auf die 8. So schön der Moment auch war so schnell war er auch wieder vorbei als Ouschan eine einfache Neun im Loch liegen ließ. Ouschan die sichtlich geschockt war von diesem Fehler konnte noch ein Game für sich entscheiden ehe die Amerikanerin den Sack zu machte und mit 7:9 in die Finalrunde einzog.

 

„Natürlich hat diese eine Neun sehr weh getan aber ich war generell mit meiner Leistung in diesem Match nicht zufrieden. Ich machte zu viel Fehler und das sie das ausgenützt hat kann ich meiner Gegnerin wohl schwer vorwerfen. Die Chance auf den Einzug lebt noch immer und auf das werde ich jetzt all meine Konzentration legen.“

In der Hoffnungsrunde spielte Ouschan um den Aufstieg unter die letzten 16 Sportlerinnen gegen Melissa Little gegen die sie schon des öfteren zuvor gespielt hatte. Nach nur kurzer Spielzeit erkämpfte sich Ouschan einen markanten Vorsprung und gab den auch bis Ende nicht mehr her. Mit einem deutlichen 9:2 Sieg zog Ouschan in die Finalrunde ein.

 

„So darf es gerne weiter gehen! Das ist das Leistungsniveau das mir vorstelle und ich bin nun schon gespannt wer mir in der Auslosung der letzten 16 verbleibenden Sportlerinnen zugelost wird.“

 

Bei der Ziehung für die Finalrunden Matches zog Ouschan die amtierende Nr.1 in der WPBA Rangliste Kelly Fisher aus Großbritannien. Durch ihren letzten Turniersieg in Oklahoma feierte Kelly Fisher hier ihr Debüt als die neue topplatzierte in der WPBA Rangliste und war somit sicherlich kein leichtes Los. Beide Spieler waren hoch konzentriert und wussten das dies kein leichtes Match werden würde. Von Beginn an gingen die Games hin und her und beide zeigten sich von ihrer besten Seite ehe Fisher einen Fehler beim 3:4 für Ouschan unterlief. Jasmin Ouschan nutzte diese Chance um ihre Führung auszubauen. Von diesem Moment an legte Ouschan ihrer Konkurrentin viel Druck auf und spielte hervorragendes, fast fehlerfreies Billard. Kelly Fisher konnte dem nichts mehr entgegensetzen und musste sich mit 9:4 geschlagen geben.

 

„Ein wirklich tolles Match für mich. Wenn man gegen Kelly Fisher spielt muss man eine sehr gute Leistung bringen sonst wird es schwer. Sie ist eine sehr gute Sportlerin und auch verdiente Nr.1 derzeit auf der Tour. Ich bin sehr froh, dass ich in diesem Match meine Leistung abrufen konnte und ich hoffe, dass ich mir dieses Gefühl für das nächste Match beibehalten kann.“

 

Im Viertelfinale traf Ouschan auf Xiao Ting Pan aus China. Auch sie hat schon Turniersiege auf der Tour auf ihrem Konto, war Weltmeisterin und ist für ihren ruhigen jedoch gefährlichen Spielstil bekannt. Bisher lag Ouschan im Head to Head vorne doch gerade erst beim letzten Generationpool.com Open musste Ouschan eine schmerzhafte und vor allem deutliche 9:1 Niederlage einstecken.

 

Jasmin Ouschan begann das Match im gleichen Stil wie das Match gegen Fisher und konnte sich einen 6:1 Vorsprung erspielen. Doch dies hielt Pan nicht davon ab zurück zu schlagen. Pan holte ein Game nach dem anderen auf und Ouschan wurde fehleranfälliger. Obwohl Pan bis auf ein Game heran kommen konnte, blieb Ouschan ruhig und auf die Sache konzentriert. Mit einem Endspurt zum Schluss zog die Kärntnerin einem 9:7 Sieg ins Halbfinale ein.

 

„In diesem Match waren zwar mehr Fehler als in dem Match gegen Kelly Fisher, aber deshalb nicht unbedingt schlechter. Nachdem Pan aufholte war ich unter Druck und ich bin sehr stolz das mich das in meiner Leistung nicht behindert hat und ich diesen Endspurt hinlegen konnte. Ich bin sehr glücklich über meinen Einzug ins Halbfinale und werde jetzt all meine Energien sammeln und mich so gut es geht vorbereiten und darauf einstimmen.“

 

Im Halbfinale traf Ouschan auf Vivian Villareal die beim letzten Event in Oklahoma es bis ins Viertelfinale schaffte. In diesem vom größten Amerikanischen Sportsender ESPN aufgezeichneten Match ging es nur mehr auf 7 Games und es wurde auch wegen der TV Aufzeichnung mit einer 30 Sek. Shot Clock gespielt.

 

Jasmin Ouschan schaffte es erneut sofort in ihren Rhythmus zu finden und Villareal das Break anzunehmen. Mit einem Run-out im nächsten Game sicherte sich Ouschan einen 2:0 Vorsprung. Vivian Villareal schien Probleme zu haben in ihren Stoss zu finden und versuchte einige Safes einzustreuen. Doch Ouschan, unbeeindruckt von den taktischen Safes der Texanerin, holte sich ein Game nach dem anderen und kam dem Finale immer näher. Mit einem 7:1 Sieg sicherte sich Ouschan ihren verdienten Platz im Finale.

 

„Es läuft wirklich sehr gut für mich und es ist ein super Gefühl endlich sein Können „auf den Tisch zu bringen“. Jetzt steht nur mehr ein Match auf dem Plan und natürlich hoffe ich, dass meine Energie Reserven reichen werden. Ich habe ein sehr gutes Gefühl und freue mich schon sehr auf das Finale.“

 

Im Finale traf Ouschan auf Jeanette Lee aus den USA. Jeanette Lee, die sicherlich zu den internationalen Superstras zählt, konnte die letzten Male gegen Ouschan mit hervorragendem Billard die Head to Head Statistik einseitig halten. Zudem ist sie auch bekannt für ihre unterhaltsame Art und Weise Billard zu spielen was manchmal schwer für den Gegner sein kann. Doch wie in den Matches zuvor ließ all dies Ouschan kalt und hinderte sie nicht daran wieder sofort das Kommando zu übernehmen. Mit einem sehr souveränen und sicheren Auftreten nutzte sie ihre Chancen und fokussierte sich in Richtung Turniersieg. Die sonst so aufbrausende Amerikanerin fand keine Antwort auf Ouschans druckvolles Spiel und somit holte sich die Österreicherin ihren 2. Sieg auf der Tour, und zugleich den ersten in diesem Jahr, mit einem eindrucksvollen 7:1 Sieg über Lee.

 

„Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich bin einfach so glücklich über meine Leistung im ganzen Turnier. Ich konnte voll und ganz mein Level ausspielen und ich denke das unser 3. Platz bei der Herren WM mir das nötige Selbstvertrauen gegeben hat an meine Stärken zu glauben. Ich hatte auch einen Tiefpunkt in diesem Turnier, habe mich zurück gekämpft und bin jetzt dafür belohnt worden. Echt ein schönes Gefühl endlich mein Leistungsvermögen auch einmal auf der Damentour abgerufen haben zu können! Die letzten 3 Wochen waren sehr erfolgreich für meinen Trainer und mich und obwohl ich weiß das es nicht immer so gehen kann gibt uns das sehr viel Kraft und Motivation für die nächsten Aufgaben.“

 

 

 

 

 

Endergebnis:

 

Damen 1. Platz Jasmin Ouschan
  2. Platz Jeanette Lee
  3. Plätze Line Kjorsvik
    Vivian Villareal