Damen, Herren, Rollstuhl Europameisterschaft 2006 in Brandenburg/Deutschland

Vom 22.03. – 2.04.2006 fand in Brandenburg/Deutschland die Damen, Herren und Rollstuhl Europameisterschaft statt. Die besten Spieler und Spielerinnen aus ganz Europa trafen sich wieder, um die begehrten Titel auszukämpfen. Nur 5 Monate vor dem Start wurde die Europameisterschaft von Rom nach Brandenburg verlegt. Trotz dieser schwierigen Situation leistete das Organisationsteam rund um Gre Leenders hervorragende Arbeit und machte diese Meisterschaft zu einem Top – Event.

 

Nachdem ich im Vorjahr 2 Title für mich entscheiden konnte, war mein Ziel für diese EM klar: Verteidigung dieser Titel und eventuell noch etwas mehr!

 

14/1

 

Wir begannen, wie jedes Jahr, mit dem 14/1 Bewerb. Nach einem Freilos in der ersten Runde, traf ich auf die in Holland lebende Dänin und Vizeeuropameisterin im 9-Ball Katrine Jensen. Ich erwischte einen sehr guten Start und besiegte Jensen in nur 4 Aufnahmen klar mit 75:19. Im nächsten Match stand mir die Deutsche Meisterin Sabrina Fritz gegenüber. Ich kenne sie bereits von den Jugend Europameisterschaften, wo sie immer eine meiner stärksten Konkurrentinnen war. Doch ich fand sofort meinen Rhythmus und deklassierte sie mit 75:6 in nur 3 Aufnahmen.

 

Am nächsten Tag stand das 1/8 Finale an, wo ich auf die Deutsche Christine Wiechert traf.  Ich konnte mein druckvolles Spiel fortsetzen und zog mit einem 75:27 Sieg über Wiechert ins Viertelfinale ein. Die mehrfache Snookereuropameisterin und mittlerweile in den USA spielende Wendy Jans aus Belgien war meine nächste Gegnerin. Da ich aus dem Vorjahr noch eine Revange offen hatte startete ich sehr konzentriert und erlaubte mir nicht viele Fehler. Mit 75:36 holte ich mir den Sieg und stand somit im Halbfinale, wo ich auf Kynthia Orfanidis aus Holland traf. Es war ein sehr anstrengendes Match, da ich nie ganz in mein Spiel finden konnte. Trotzdem kontrollierte ich das Match und konnte es souverän mit 100: 18 gewinnen und stand im Finale gegen die Deutsche Schwan. Nachdem ich die einzige „nicht Deutsche“ war bei den Finalmatches (Herrn und Damen) war die Atmosphäre etwas „einseitig“.  Ich ließ mich jedoch von dem Ganzen nicht beeindrucken und startete das Match mit einer knappen 50 Serie und dominierte auch weiterhin den Tisch. Ich erhöhte meinen Vorsprung auf 97:6 ehe Schwan noch etwas zur Ergebniskorrektur beitragen konnte. Schlussendlich konnte ich meinen Title mit einem Finalergebnis von 100:37 verteidigen.

 

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Fotos Copyright by Frederique Rijsdijk

 

 

Ergebnisse 14/1:

 

Damen 1. Platz Jasmin Ouschan (Österreich)

 

Herren 1. Platz Oliver Ortmann (Deutschland)
  2. Platz Janine Schwan (Deutschland)   2. Platz Ralf Souquet (Deutschland)
  3. Platz Kynthia Orfanidis(Holland)   3. Platz Christian Reimering (Deutschland)
    Benz Daniela (Deutschland)     Daryl Peach (Großbritannien)   

8 Ball/9 Ball

 

Nach dem anstrengenden aber erfolgreichen Tag zuvor, hatte ich am dritten Tag der Meisterschaften gleich mein erstes Matches im 8-Ball. Die Umstellung zu dieser komplett anderen Disziplin verlief im Großen und Ganzen ganz gut. Souverän und ohne große Probleme gewann ich die ersten beiden Matches gegen die Israelin Osnat Genislav und die Italienerin Annika Tata mit jeweils 6:0. Bis zum nächsten Match hatte ich endlich ein bisschen Zeit zur Erholung. Ich nutzte die Zeit mit Laufeinheiten, um die Spannung ein wenig abzubauen und wieder neue Energie zu tanken.

 

Am nächsten Tag ging ich wieder voll gestärkt ins Match gegen Veronika Hubrtova. Bis zum 2:2 ging es hin und her bis ich mich schließlich absetzte und mit 6:2 als Sieger vom Tisch ging. Am zweiten Spieltag des 8-Ball Bewerbes traf ich im 1/8 Finale auf die mehrfache Europameisterin und Legende im europäischen Pool-Billard-Sport Lusie Furberg aus Schweden. Die sympathische Skandinavierin, die nach mehrjähriger Abstinenz vom Sport, nun wieder ein Comeback bei Europameisterschaften gab musste jedoch den Zeitwandel anerkennen und konnte mich in keiner Phase des Matches in Verlegenheit bringen und unterlag klar mit 6:1. Gleich anschließend musste ich gegen die amtierende Europameisterin in dieser Disziplin Christine Feldmann-Naeff (SUI) antreten. Die Erwartungen an dieses „vorgezogene Finale“ waren hoch, jedoch konnte ich nahtlos an die Leistungen des Vormatches anschließen und deklassierte die Schweizerin mit 6:0. Bevor das Halbfinale und Finale im 8-Ball gespielt wurde fingen wir schon mit der Disziplin 9-Ball an. Im ersten Match traf ich auf Bernadette De Jonge aus Holland. Ich hatte ein paar Probleme in mein Spiel zu finden und machte deshalb unnötige Fehler. Trotz nicht so zufriedener Leistung gewann ich mit 7:5.

 

Am fünften Spieltag wurde der 8-Ball Bewerb zu Ende gespielt, wo ich im Halbfinale auf die Holländerin Estelle Bijnen traf. Es war eines dieser Matches die einfach nicht so laufen wollen, wie man es gerne hätte. Es war ein sehr Kräfte raubendes Spiel, doch trotzdem ging ich mit 8:5 als Siegerin vom Tisch. Meine Gegnerin im Finale war mit Daniela Benz erneut eine sehr routinierte Deutsche Spielerin. Doch auch diese Mal musste ich den Deutschen Zuschauern, die Hoffnung auf eine Goldmedaille bei den Damen zu Nichte machen. Mit 8:5 holte ich die zweite Goldmedaille nach Österreich.

 

Ohne langer Erholung ging es am letzten Tag gleich mit dem 9-Ball Bewerb weiter. Die Auslosung bescherte mir Aino Pehkonen aus Finnland eine Gegnerin die schon sehr lange Billard spielt und ist auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Ich nutzte jede Chance aus die ich bekam und konnte sie überzeugend mit 7:1 schlagen. Eine gefährlichere Gegnerin hatte ich in der nächsten Runde. Tiziana Cacciamani aus Italian war sicherlich kein leichtes Los, doch mit einer wiederum  sehr guten Leistung gewann ich auch dieses Match mit 7:1. Im Viertelfinale traf ich auf die in den Vorrunden mit überraschenden Leistungen glänzenden Polin Karolina Stawarz und ich begann deshalb ein wenig vorsichtiger. Nach und nach spielte ich aggressiver bis ich mit einem 7:2 Sieg ins Halbfinale einzog.

 

Dort erwartete mich schon Line Kjorsvik von Norwegen. Bisher konnte die Mitfavoritin bei diesen Europameisterschaften mit keiner guten Leistung glänzen, doch in diesem Match sollte alles anders sein. Kjorsvik nutzte jede Chance und ging rasch in Führung. Sie ließ mich nicht in meinen Spielrythmus kommen und wie es halt im Sport so ist, fehlt einem gerade dann auch noch das Quäntchen Glück. Nach einer sehr guten Leistung meiner Gegnerin musste ich mich mit 9:4 und der Bronzemedaille geschlagen geben.

 

Summa summarum habe ich zwar mein Ziel den Erfolg vom Vorjahr zu übertreffen erreicht, dennoch wurmt es mich ein bisschen gerade in meiner Paradedisziplin nicht den Titel geholt zu haben – aber meine Ziele für das nächste Jahr habe ich bereits gefasst …!

 

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Fotos Copyright by Frederique Rijsdijk

 

                                                                                  

Ergebnisse 8 Ball:

 

Damen 1. Platz Jasmin Ouschan (Österreich)   Herren 1. Platz Oliver Ortmann (Deutschland)   Rollstuhl 1. Platz Tähti Jouni (Finnland)
  2. Platz Daniela Benz (Deutschland)   2. Platz Aki Heiskanen (Finnland)   2. Platz Larsson Henrik (Schweden)
  3. Platz Estelle Bijnen (Holland)   3. Platz Marcus Chamat (Schweden)   3. Platz Dinsmore Fred (Irland)
    Tamara Rademakers (Holland)     Alex Lely (Holland)     Kimberley Roy (Großbritannien)

 

 

Ergebnisse 9 Ball:

 

Damen 1. Platz Line Kjorsvik(Norwegen)   Herren 1. Platz Ralf Souquet (Deutschland)   Rollstuhl 1. Platz Kimberley, Roy (Großbritannien)
  2. Platz Jensen Katrine (Dänemark)     2. Platz Marco Tschudi (Schweiz)     2. Platz Duffy, Matt (Großbritannien)
  3. Platz Jasmin Ouschan (Österreich)     3.Platz Oliver Ortmann (Deutschland)     3. Platz Read, Karl (Großbritannien)
    Luise Furberg (Schweden)       Imran Majid (Großbritannien)       Volkmer, Tankred (Deutschland)