Damen, Herren, Rollstuhl Europameisterschaft 2007 in Liberec/Tschechien

 

 

Vom 14.03. – 24.03.07 fand in Liberec/Tschechien die Herren, Damen und Rollstuhl Europameisterschaft statt. Austragungsort war das riesige Hotel Babylon, das durch seinen sehr komplizierten Bau so manchen Spieler und Coach das Leben schwer machte. Um von dem oft anstrengenden Spieltag ein wenig abzuschalten sorgte das Hotel durch Bowling, Schwimmbad, Sauna, Spielarena etc. für ein wenig Abwechslung. Auch heuer setzte das EBPF Organisationsteam wieder alle Hebel in Bewegung um diesen Event so professionell wie nur möglich für uns Spieler zu gestalten.

 

14/1 Bewerb

 

Die EM begann wie jedes Jahr mit dem 14/1 Bewerb. Durch meinen Titel im letzten Jahr war ich auch heuer wieder als Nummer 1 gesetzt. Nach einem Freilos in der ersten Runde hatte ich mein Auftaktmatch gegen die Finnin Aino Pehkonen. Trotz ein paar Anlaufschwierigkeiten ließ ich mich nicht aus dem Konzept bringen und holte meinen ersten Sieg in diesem Bewerb. In der nächsten Runde legte ich mein Augenmerk mehr auf meinen Rhythmus und meine Konzentration was mir zu einer schnellen Führung und einem klaren Sieg gegen Susanne Nyman aus Schweden verhalf. Im Achtelfinale traf ich auf Diana Stateczny aus Deutschland die im Jahre 2005 in 14/1 die Silbermedaille holte. Sie ist eine sehr gute Spielerin und nicht zu unterschätzen vor allem nicht auf die kurz Distanz. Durch schwere Fehler meinerseits baute Stateczny schnell ihre Führung aus und das Match glitt mir aus den Händen. Doch dies war noch lange nicht vorbei. Ich übernahm wieder das Kommando und beendete das Match mit einer 49er Serie. Im Viertelfinale hieß meine Gegnerin Tanja Kirschmann aus Deutschland. Gestärkt von meiner 49er Serie startete ich selbstbewusst ins Match, agierte souverän und ließ nichts anbrennen.

 

Im Halbfinale spielte ich gegen die Dänin Charlotte Sörensen. Sie war bereits Europameisterin und ist sicherlich eine der Besten in diesem Feld, doch viel von ihrem Können konnte sie nicht zeigen. Nach einem sehr guten Sicherheitsanstoss von ihr nutzte ich meine Chance und spielte mich von einem Dreieck zum anderen und ließ keinen Fehler zu. Ich deklassierte sie mit 75:0, stellte einen neuen Europarekord auf und zog somit ins Finale ein. Das Finale hätte man auch als Österreichische Meisterschaft bezeichnen können. Ich spielte überraschend gegen Sabrina Naverschnig aus Kärnten mit welcher ich sofern es die Zeit zulässt auch als Trainerin fungiere. Offensichtlich mache ich meine Arbeit gut!

 

Ich eröffnete das Spiel leider mit einem Foul und startete somit mit -1. Sabrina ließ sich von dem ganzen Publikum und drum herum etc. nicht einschüchtern und beeindruckte sofort mit einer 30er Serie. Als ich meine Chance bekam dachte niemand daran, dass ich den Rekord vom Halbfinale noch einmal wiederholen könnte. Tat ich auch nicht, sondern ich stellte einen neuen auf. Ich schoss mit 76 aus und holte mir zum dritten Mal in Folge den Titel im Bewerb 14/1.

 

Damen 1. Platz Jasmin Ouschan (AUT)

 

Herren 1. Platz Niels Feijen (NED)
  2. Platz Sabrina Naverschnig (AUT)   2. Platz Konstantin Stepanov (RUS)
  3. Platz Estelle Bijnen (NED)   3. Platz Martin Kempter (AUT)
    Charlotte Sörensen (DEN)     Radoslaw Babica (POL)   

 

 

 

 

 

8er Ball Bewerb

 

Nach dem 14/1 Bewerb ging es gleich weiter mit 8er Ball. Zum Auftakt spielte ich gegen Tanja Kastrun aus Slowenien. Ohne Probleme konnte ich es klar mit 6:1 gewinnen. Danach traf ich erneut auf Tanja Kirschmann aus Deutschland. Mit dem tollen 14/1 Ergebnis im Gedächtnis ging das spielen wie von alleine. Ich schoss 5 Games aus und ließ ihr keine Luft zum atmen. Mit einem deutlichen 6:1 Sieg schickte ich sie in die Verliererrunde. Am nächsten Tag traf ich auf eine alte Bekannte von den Jugend Europameisterschaften. Es war Janine Schwan aus Deutschland, doch auch sie konnte meinem druckvollen Spiel nicht standhalten und musste sich klar mit 6:1 geschlagen geben. Mein Streifzug durch das europäische Damenfeld wurde auch nicht mit Mary Mischitz aus Rumänien gestoppt. Ich dominierte das Match in jeder Sekunde und konnte erneut mit sehr gutem Pool glänzen. Das Viertelfinale gegen Louise Furberg aus Schweden nahm ich sehr ernst und bereitete mich auch dementsprechend vor. Mein Blick war nur auf den Tisch gerichtete und ich spielte mich von einer Situation zur anderen. Auch sie hatte nichts dagegen zu setzen und musste sich mit 6:1 aus dem Turnier verabschieden. Im Halbfinale stand mir erneut Diana Stateczny gegenüber doch dieses Match sollte ganz anders laufen als geplant. Durch einen guten Start erspielte ich mir sofort die Führung doch dann kam plötzlich der Konzentrationseinbruch. Ich spielte sehr schlechte Positionen was dazu führte das ich anfing Fehler zu machen die Diana sofort ausnütze. Beim Stand von 5:5 hatte ich das einzige Break im ganzen Turnier wo keine Kugel versenken konnte und es war leider das einzige Game welches Stateczny in diesem Match ausschießen konnte. Somit musste ich mich durch den einen Konzentrationseinbruch vorzeitig vom 8 Ball Bewerb verabschieden und mich mit der Bronzemedaille begnügen.

 

 

Damen 1. Platz Diana Steczny (GER)   Herren 1. Platz Oliver Ortmann (GER)   Rollstuhl 1. Platz Daniel Luton (GBR)
  2. Platz Charlotte Sörensen (DEN)   2. Platz Tony Drago (MAL)   2. Platz Henrik Larsson (SWE)
  3. Platz Jasmin Ouschan (AUT)   3. Platz Aris Damoulakis (GRE)   3. Platz Roy Kimberly (GBR)
    Estelle Bijnen (NED)     Marcus Westen (GER)     Matej Brajkovic (SLO)

 

 

 

9er Ball Bewerb

 

Nach dem bitteren Ende im 8er Ball, fokussierte ich mich jetzt auf den letzten Bewerb. Nachdem ich meine Kräfte wieder gesammelt hatte startete ich mit 7:2 gegen die Schweizerin Nydegger erneut durch. Auch das darauf folgende Match gegen Tiziana Cacciamani aus Italien konnte ich selbstbewusst und klar mit 7:1 gewinnen. Aufgrund des nächsten Spiels fing ich schon an Verschwörungstheorien aufzustellen denn ich spielte, oh Wunder, wieder gegen die 19-fache deutsche Meisterin Janine Schwan. Obwohl dies das bisher sechste Match gegen eine Deutsche war ließ ich mich nicht aus dem Konzept bringen und beweis erneut meine Stärke. In der Finalrunde spielte ich aufgrund des Losungsverfahrens erneut gegen die Italienerin Tiziana Cacciamani. In diesem Match hatte ich ein paar Safe Fehler die zu einem knapperen Ergebnis führten, jedoch dennoch für einen 7:4 Sieg und dem Einzug ins Viertelfinale reichte. Dort bekam meine Verschwörungstheorie langsam Hand und Fuss. Dieses Mal war es zwar keine Deutsche aber erneut Louise Furberg aus Schweden. Ich spielte gutes und konstantes Billard, machte zwar ein paar kleine Fehler, zog jedoch schlussendlich sicher ins Halbfinale ein. Im Halbfinale traf ich auf die amtierende 9er Ball Europameisterin Line Kjorsvik aus Norwegen. Ich begann sofort mit einem Run –out und fühlte mich sehr gut. Im nächsten Game spielte ich einen sehr guten Jump doch leider fiel mir der Spielball etwas unglücklich in die Tasche. Dieser Zeitpunkt war wie ein Startschuss für die Norwegerin die ihre ganze Klasse zeigt und zumeist sogar mehr. Jedes Safe oder Resafe welches ich spielte wurde von ihr bravourös gemeistert. Somit hieß es für mich auch in diesem Halbfinale, Endstation.

 

Obwohl die diesjährige EM von dem Medaillenerfolg her mein bislang schwächstes Abschneiden bedeutete, kann ich sagen, dass ich dennoch sehr viel neue Erfahrungen sammeln habe können, über lange Strecken sehr konstanten und hochklassigen Billardsport gezeigt habe und dies für mich zumindest den gleichen Stellenwert hat als die Erfolge in der Vergangenheit – UND - mich gerade dies vielleicht wieder ein Stück näher gebracht hat zu meinem Ziel in allen Disziplinen ganz oben zu stehen.

 

 

Damen 1. Platz Eylul Kibaroglu (TUR)   Herren 1. Platz Thorsten Hohmann (GER)   Rollstuhl 1. Platz Kimberley, Roy (GBR)
  2. Platz Line Kjorsvik (NOR)     2. Platz Radoslav Babica (POL)     2. Platz Hendrik Larsson (SWE)
  3. Platz Jasmin Ouschan (AUT)     3.Platz Ralf Souquet (GER)     3. Platz Jouni Tahti (FIN)
    Sabrina Naverschnig (AUT)       Konstantin Stepanov (RUS)       Matej Brajkovic (SLO)

           

 

 

Spielergebnisse:

 

 

14/1 Bewerb Ergebnisse:

 

Jasmin Ouschan

vs.

Aino Pehkonen (FIN)

75:63

Jasmin Ouschan

vs.

Susanne Nyman (SWE)

75:17

Jasmin Ouschan

vs.

Diana Stateczny (GER)

75:42

Jasmin Ouschan

vs.

Tanja Kirschmann (GER)

75:39

Jasmin Ouschan

vs.

Charlotte Sörensen (DEN)

75:0

Jasmin Ouschan

Vs.

Sabrina Naverschnig (AUT)

75:30

 

 

8er Ball Bewerb Ergebnisse:

 

Jasmin Ouschan

vs.

Tanja Kastrun (SLO)

6:1

Jasmin Ouschan

vs.

Tanja Kirschmann (GER)

6:1

Jasmin Ouschan

vs.

Janine Schwan (GER)

6:2

Jasmin Ouschan

vs.

Mary Luiza Mischitz (RUM)

6:1

Jasmin Ouschan

vs.

Louise Furberg (SWE)

6:1

Jasmin Ouschan

Vs.

Diana Stateczny (GER)

5:6

 

 

9er Ball Bewerb Ergebnisse:

 

Jasmin Ouschan

vs.

Ingrid Nydegger (SUI)

7:2

Jasmin Ouschan

vs.

Tiziana Cacciamani (ITA)

7:1

Jasmin Ouschan

vs.

Janine Schwan (GER)

7:3

Jasmin Ouschan

vs.

Tiziana Cacciamani (ITA)

7.4

Jasmin Ouschan

vs.

Louise Furberg (SWE)

7.4

Jasmin Ouschan

Vs.

Line Kjorsvik (NOR)

2:7