IBP Euro Tour in Rankweil/Austria

 

Der 4. Stopp der IBP Euro Tour wurde auch dieses Jahr wieder im österreichischem Rankweil ausgetragen. Nach dem „Kurzauftritt“ bei den World Pool Masters in Holland blieb für die Kärntnerin Jasmin Ouschan nur 2 Tage Zeit um sich auf dieses Turnier vorzubereiten. Das Feld bestand aus 256 Sportlern, wobei am 3. Spieltag noch 32 Topgesetzten Sportler ins Turnier einstiegen.

 

Ouschan konnte gleich zu Beginn des Turniers einen guten Start hinlegen und souverän mit 10:3 gegen Martin Chapman (GBR) und 10:2 gegen den Finnen Mika Lapannen gewinnen.

 

„Ich bin mit meinem ersten Spieltag sehr zufrieden. Ich war in jeder Minute meiner Matches fokussiert und habe mein Level konstant halten können. Für die nächsten Tage gilt es nun diesen Level zu halten um an diese Leistung anschließen zu können“ meinte Ouschan nach dem ersten Tag.

 

Am zweiten Spieltag traf die 21-jährige Ouschan mit Jakob Belka auf einen alten Bekannten aus der Jugendklasse. Ohne lange zu fackeln brachte Ouschan ihre Anstoßrechte durch und ging mit 3:0 in Führung. Belka, der sichtlich Probleme mit dieser Drucksituation hatte, bekam jedoch auch in den folgenden Dreiecken nicht viele Chancen. Mit einer annähernd fehlerfreien Leistung schickte Ouschan den Deutschen mit einer schmerzhaften 10:3 Niederlage in die Verliererrunde.

 

„Das war ein sehr gutes Match. Ich machte kaum Fehler und sah unter welchen Druck ich Jakob Belka damit brachte. Ich war nur auf die Kugeln und den Tisch fixiert und alles rund herum verschwand“ kommentierte Ouschan das Match.

 

Im nächsten Match ging es bereits um den Aufstieg in die Finalrunde. Gegner war der Pole Trajdos Wojciech, der am Beginn des Jahres die Euro Tour in Liberec eindrucksvoll gewinnen konnte. In diesem Stile startete der Pole auch selbstbewusst ins Match - ein paar Run-Outs und in kürzester Zeit stand es 3:0. Das Match verlief aus Ouschans Sicht sehr zäh, dennoch ließ die Klagenfurterin nicht locker und ließ den Polen nicht außer Sicht kommen. Dennoch agierte der Pole weiterhin sicher und holte mit 10:7 schlussendlich den Sieg.

 

„Es war ein sehr schwieriges Match doch wenn man die spielerische Leistung betrachtete hat er verdient gewonnen. Auf diesem Level wird man für Fehler gleich bestraft, doch das ist auch gut so. Ich werde jetzt versuchen dieses Match aus meinen Gedächtnis zu streichen und mich voll und ganz auf das nächste Spiel konzentrieren“ quittierte Ouschan ihre Niederlage.

 

Die zweite Chance sich für die Finalrunde zu qualifizieren war ein „Österreich-Battle“. Jasmin Ouschan traf auf den jungen Österreicher He Mario gegen den sie aufgrund ihrer vorwiegend internationalen Einsätzen noch nie gespielt hat.

 

„Solche Matches werden immer unterschätzt und sind sehr schwer. Als Favorit kann man nur verlieren wobei im Gegenzug der junge Österreicher nur gewinnen kann. Diesen Aspekt muss man respektieren aber sich nicht voll und ganz darauf konzentrieren. Durch meine Erfahrungen glaube ich, dass ich jedoch Wege gefunden habe damit umzugehen“ erklärte Ouschan zuversichtlich vor dem Match im österreichischen Fernsehen ORF.

 

Obwohl die Bälle am Anfang nicht ganz so rollen wollten wie geplant, agierte Ouschan gewohnt dominant und stieg mit einem 10:7 Ergebnis in die Finalrunde auf.

 

Am 3. Spieltag stiegen die Top-32 Spieler der Eurorangliste in das Turnier ein und wurden zu den 32 ermittelten Aufsteigern dazugelost. Da Ouschan heuer erst an einem Eurotourstopp teilnehmen hat können und in der Setzliste dementsprechend weit hinten gelistet ist, wurde ihr die aktuelle Nr. 2 der Euro Tour Rangliste Fabio Petroni (ITA) zugelost. Dieses prestigeträchtige Aufeinandertreffen lockte sehr viel Zuschauer zum Centrecourt. Das Match war von Beginn an sehr ausgeglichen obwohl in der ersten Hälfte eher Petroni Vorteile für sich verbuchen konnte. Doch in der Mitte des Matches änderte sich dies durch eine starke Performance von Ouschan. Sie nützte ihre Chancen und brachte Petroni mit guten Safes des Öfteren in Verlegenheit. Mit dem bekannten Siegeswillen der Weltranglistenführenden übernahm Ouschan die Kontrolle in diesem Match und konnte eindrucksvoll mit 10:7 gewinnen.

 

„Es war eines dieser Matches die nicht perfekt gelaufen sind, aber genau deshalb zählt es so viel mehr auch solche Matches zu gewinnen. Wenn alles läuft ist es einfach aber dieses Match war eine wirkliche Herausforderung und deshalb bin ich sehr stolz auf meine Leistung“ kommentiert eine strahlende Jasmin Ouschan das Match.

 

Gleich im Anschluss spielte Ouschan gegen den Franzosen Stephan Cohen. Er zählt zu den besten Pool Spielern auf dieser Tour und bringt eine Menge Erfahrung mit. Sein Spielstil ist sehr unscheinbar, was ihm jedoch gerade so gefährlich macht. Doch in diesem Match ließ Ouschan nichts anbrennen. In kürzester Zeit schoss sich die Österreicherin durch die Dreiecke und ließ Cohen nicht mehr als den leeren Tisch übrig. Cohen schaffte es noch ein paar Ehrenpunkt zu machen bevor Ouschan das Match mit 10:5 beendete.

 

Um den Einzug ins Achtelfinale zu schaffen musste Ouschan nun gegen den schnellsten Spieler in Europa Tony Drago aus Malta antreten.

 

„Tony Dragos Rhythmus ist einfach ein Wahnsinn und obwohl es seine große Stärke ist, ist es genauso seine Schwäche. Wenn er nicht diesen schnellen Stil spielen kann ist er verwundbar und genau darauf baut meine Strategie für dieses Match auf“ analysierte Ouschan ihren Gegener vor dem Match.

 

Tony Drago startete wie immer mit einem schnellen Run-Outs, wo Zuschauer ohne geschultes Auge kaum mitkamen. Unbeeindruckt von diesem starken Start agierte Ouschan sehr souverän und blieb Drago auf den Fersen. Ein paar kleine Unsicherheiten von Ouschan ermöglichten ihm die Führung zu übernehmen. Doch Ouschan drehte den Spieß nach kurzer Zeit um und kam immer besser ins Spiel. Außer ein paar Safety Situationen ließ sie Drago keine Chance mehr und schickte ihn mit 10:4 in die Verliererrunde.

 

Im Achtelfinale spielte Ouschan nun gegen den frisch gebackenen World Pool Masters Champion Thomas Engert aus Deutschland. Er zeigte gleich zu Beginn, dass er immer noch in einer sehr guten Form ist und übernahm ohne Fehler die Führung. Ouschan agierte etwas zu Verhalten bei den ersten Breaks was dazu führte das sie Engert immer wieder an den Tisch lassen musste. Obwohl Engert fehlerfreies Pool spielte ließ sich die Österreicherin nicht entmutigen und kämpfte um jeden Punkt. Leider reichte es knapp nicht für den Sieg. Mit einer 10:7 Niederlage hieß es für Ouschan Endstation.

 

„Ich glaube, dass ich in diesem Match nicht so viel mehr hätte tun können. Er spielte sehr gut und nutzte seine Chancen. Trotzdem ist diese Euro Tour ein absoluter Erfolg und ich bin mit meiner Performance sehr zufrieden. Ich habe gesehen, dass ich hier durchaus mitspielen und sogar gewinnen kann und das gibt mir enorme Motivation“ fasste Ouschan den Wettkampf zusammen.

 

Jasmin Ouschan war wie so oft die einzige Dame die aus den Vorrunden aufsteigen konnte und mit diesem hervorragenden 9. Platz einmal mehr bewiesen hat, dass auch eine Dame in dieser männerorientierten Sportart mithalten kann.

 

 

Endergebnis

 

Herren 1. Platz Vassalos John (GRE)
  2. Platz Drago Tony (MAL)
  3. Plätze Van den Berg Nick (NED)
    Juva Marcus (FIN)
  5. Plätze Feijen Niels (NED)
    Stepanov Konstantin (RUS)
    Engert Thomas (GER)
    Kaplan Thomasz (POL)