Damen
Weltmeisterschaft 2007 in Taipei/Taiwan
Schon zum
zweiten Mal in Folge fand vom 4.04. – 09.04.2007 die WPA Damen
Weltmeisterschaft in Taipei/Taiwan statt. Direkt im Anschluss an die
Europameisterschaften hieß es für Jasmin Ouschan und ihren Trainer Michael
Neumann die Koffer neu zu packen um nach Asien aufzubrechen.
Aufgrund des dritten Platz aus dem Vorjahr sowie der Weltranglistenführungsposition
zählten die Buchmacher die Kärntnerin zum engeren Favoritenkreis. Für Ouschan,
welche aufgrund einer schmerzhaften Gelenkserkrankung zu Jahresbeginn einen
2monatigen Trainingsrückstand aufzuweisen hatte,
war somit die eigene Zieleinschätzung sehr schwer.
„Natürlich
war die Vorbereitung turbulent dennoch ist es immer mein Ziel ganz oben zu
stehen und ich lasse mich dadurch nicht aus der Ruhe bringen.“
Austragungsort
dieser Weltmeisterschaften waren diesmal die Räumlichkeiten des gigantische Tai
Mall Einkaufszentrums. Wie in der weltweiten Billardmetropole Taipei üblich
wurden alle Matches live im Fernsehen übertragen sowie von tausenden Zusehern
direkt vor Ort mitverfolgt.
Der Turniermodus bestand, wie schon im Vorjahr, aus einem Round Robin System in
den Vorrunden und anschließenden KO-Bewerb der besten 24 Sportlerinnen.
Jasmin Ouschan war in ihrer 6er Gruppe als Nr.1 gesetzt und konnte gleich im
ersten Match gegen die US Amerikanerin Megan Minerich mit einem 5:2 Sieg dies
unter Beweis stellen. Im zweiten Match gegen den diesjährigen Shootingstar auf
der US Profi Tour Kelly Fisher konnte Ouschan nach einem 4:2 Rückstand ihre Kämpferqualitäten
hervorkehren und das Match noch knapp mit 5:4 für sich entscheiden.
Am zweiten Wettkampftag fertigte die Klagenfurterin zu Beginn die taiwanesische
Qualifikantin Chien-Yu Chou mit 5:2 ab ehe sie gegen die amtierende
Snookerweltmeisterin Weny Jans aus Belgien an den Tisch musste. Trotz einer 2:0
Führung ließ die Belgierin nicht locker machte Game um Game und nach einem unnötigen
Ballfehler von Ouschan bei Stand von 3:4 holte sich Jans das Match.
Im Abendmatch gegen Australiens Nr.1 Lyndall Hulley konnte die sichtlich immer
noch verärgerte Österreicherin ihren Frust von der Seele ballern und schoss
die hilflos wirkende Sportlerin aus Down-Under mit 5:0 aus der Arena.
„Leider
habe ich den Gruppensieg durch diese unnötige Niederlage gegen Jans aus der
Hand gegeben und werde jetzt als Gruppenzweite wohl eine deutliche härtere
Auslosung in den KO Runden bekommen.“
Überraschend
bereits in den Vorrunden ausgeschieden sind die U-Profitourakteure Gerda Hofstätter
oder Helena Thörnfeldt, welche zumindest zu erweiterten Favoritenkreis gezählt
haben. Die größte Überraschung allerdings war das Ausscheiden der Grande Dame
des Weltbillardsports, Rekordweltmeisterin und absoluten Topfavoritin Allison
Fisher in den Vorrunden.
Die
Auslosung für die erste Finalrunde der besten 24 Sportlerinnen ergab wiederum
ein Aufeinandertreffen von Jans und Ouschan.
Gewarnt von der Vorrundenrundenniederlage versuchte Ouschan nun mit leicht geänderter
Taktik zum Erfolg zu kommen. Dies ließ die Belgierin jedoch völlig kalt und
nutzte jede der sich bietenden Chancen. Beim Stand von 0:3 konnte Ouschan
endlich zu ihrem gewohnt druckvollen und aggressiven Spiel finden. Ab diesem
Zeitpunkt dominierte Ouschan den Tisch, holte den Rückstand auf und konnte
sogar mit 5:4 in Führung gehen. Durch ein TV bedingtes Time Out wurde Ouschans
Lauf jedoch wieder gestoppt und die Belgierin kam gestärkt aus der
Unterbrechung zurück ins Match. Jans holte sich das Match zum Ausgleich und
brachte ihr eigenes Break zur 6:5 Führung durch. Ein verschossener Ball von
Ouschan im 12. Game reichte schlussendlich Wendy Jans zum knappen 7:5 Sieg.
Der weitere Verlauf dieser Weltmeisterschaften glich einer asiatischen
Meisterschaft mit ausländischer Beteiligung. Lediglich Kelly Fisher,
Vorrundengegnerin von Ouschan, und Kim White aus den USA schafften als nicht
Asiatinnen den Einzug bis ins Viertelfinale.
Im Finale standen sich schlussendlich die Philippinin Amit Rubilen, welche die
amtierende Weltmeisterin Ga-Young Kim aus dem Bewerb beförderte, und die
Gewinnerin des letzten US Profiturniers Xiao-Ting Pang (CHN) gegenüber.
Die Chinesin auf den Punkt
fokussiert ließ Amit nicht den Funken einer Chance, dominierte das Match nach
Belieben, und gewann durch einen 11:5 Finalerfolg ihren ersten Weltmeistertitel.
„Ich
denke eine wirklich würdige Weltmeisterin. Sie hat das letzte Profiturnier in
der USA gewonnen und hier während der ganzen Weltmeisterschaft durchgehend
keine Schwächen gezeigt, andauernd auf sehr hohem Niveau gespielt und somit
verdient gewonnen.
Mit meinem
eigenen Abschneiden hier bin ich nicht zufrieden. Beide Niederlagen wären
vermeidbar gewesen obwohl die restlichen Matches relativ gut waren.“
Ergebnisse:
|
Damen WM |
1. Platz |
Xiao Ting Pan (CHN) |
| |
2. Platz |
Amit Rubilen (PHI) |
| |
3. Platz |
Pei-Chun Tsai (TPE) |
| |
|
Yukiko Hamanishi ((JPN) |
| |
17. Platz |
Jasmin Ouschan (AUT) |